Moorschneehuhn

Wissenschaftl. Name: Lagopus lagopus Linnaeus 1758
Trivialnamen:

Willow ptarmigan, willow grouse,         red grouse (L. l. scoticus)

Englisch
  Lagopède des saules Französisch
  Moorschneehuhn Deutsch
  Dalripa Schwedisch

Verbreitung

Das Moorschneehuhn ist als Brutvogel in der gesamten arktischen, subarktischen und subalpinen Tundra Nordamerikas und Nordeurasiens sowie im Heidemoorland in Großbritannien verbreitet. Im Winter kann die Art auch in Gebieten vorkommen, die außerhalb der Brutgebiete liegen. Das Moorschneehuhn hat von allen Raufußhuhnarten das größte Verbreitungsgebiet mit geringem Bestandsrückgang, weshalb es durch die IUCN unter „geringe Gefährdung“ gelistet ist.

Populationsgröße und -entwicklung in Europa

In seinem Verbreitungsgebiet kommt das Moorschneehuhn relativ häufig vor. Die Populationen schwanken zahlenmäßig und zeigen regional einen 3-4 jährigen Zyklus. In der russischen Tundra wird häufig eine Dichte von 20-30, in Extremfällen bis zu 60 Paaren pro km² erreicht. In Großbritannien kann die Brutdichte in für Raufußhühner besonders gestalteten Gebieten bis zu 115 Paare pro km² erreichen. In Teilen Europas (Baltikum, Weißrussland) wurden jedoch Gebietsschrumpfungen und Bestandsrückgänge festgestellt.

Lebensraum und Ökologie

Das Moorschneehuhn bewohnt vornehmlich die arktische Tundra. Hier werden bevorzugt Lichtungen in borealen Wäldern, Waldrandhabitate und Gebiete mit subalpiner Vegetation besiedelt. Moorschneehühner präferieren leicht feuchte Niederungen, bewachsen mit üppigen niedrigen Weiden (Salix) oder Birken (Betula) und heidekrautartigen Sträuchern, Moosen, Gräsern und Kräutern. Moorschneehühner nutzen seltener auch Steilhänge, felsiges Gelände und flechtenreiche Tundra. Im Winter ziehen die Vögel Talgründe und Auen mit dichtem Kronenschluss von Weiden, Birken, Erlen oder Nadelbäumen vor. In einigen Regionen nutzt das Moorschneehuhn gelegentlich auch Ackerland. Dort wo Moorschneehuhn und Alpenschneehuhn (L. mutus) sympatrisch vorkommen, lebt das Moorschneehuhn in aller Regel in niedriger gelegenen Regionen und feuchteren Lebensräumen mit dichterer Vegetation als das Alpenschneehuhn.

Bejagung und kulturelle Bedeutung in Europa

Das Moorschneehuhn wird in seinem gesamten Verbreitungsgebiet bejagt, außer im Baltikum und in Weißrussland, wo es unter Naturschutz steht. Zumindest regional ist es als Federwild von großer kultureller und ökonomischer Bedeutung. Das Moorschneehuhn ist die Raufußhuhnart, die am häufigsten als Beute bei Jägern in Großbritannien, Fennoskandia und Russland zu finden ist. Die Lebensräume der in Großbritannien vorkommenden Subspezies "Rothuhn" (L. l. scoticus) werden intensiv gepflegt, um hohe Dichten für den Jagdsport zu sichern.

Hauptbedrohungen

Wie bei anderen Raufußhuhnarten ist auch beim Moorschneehuhn die Verschlechterung der Lebensraumqualität die wichtigste Bedrohung. Die Habitate von Moorschneehühnern sind im Allgemeinen durch ihre Abgelegenheit sehr gut geschützt, jedoch gibt es immer häufiger Beeinträchtigungen durch Siedlungen, Militärstützpunkte, Straßen, Bergbau, Aufforstung, Kultivierung und sonstige menschliche Aktivitäten. Durch den Straßenbau wird die Zugangsmöglichkeit zu Moorschneehuhn-Habitaten vergrößert, und dies kann zu vermehrtem Druck auf die Tiere führen. In Finnland wird von Beeinträchtigungen von Habitaten durch waldbauliche Tätigkeit berichtet. In einigen Arealen am Rande der Verbreitungsgebiete können lokale kleine Populationen durch ihre mangelnde Größe in möglicherweise suboptimalen Habitaten gefährdet sein (z. B. im Baltikum). Schließlich ist auch beim Moorschneehuhn eine Gefahr durch tödliche Kollisionen mit Stromleitungen und Wildzäunen gegeben.

Gegenwärtige Schutzmaßnahmen

Die Notwendigkeit für Schutzanstrengungen ist beim Moorschneehuhn nur auf lokaler Ebene, wo (Teil-) Populationen unter akutem Druck stehen, gegeben. Falls sie weitere Informationen zum Schutz oder Management der Art besitzen, kontaktieren Sie uns bitte, sodass wir diese Information hier hinzufügen können.