Alpenschneehuhn

Wissenschaftl. Name: Lagopus mutus Montin 1776
Trivialnamen: Rock ptarmigan Englisch
  Lagopède alpin, perdix blanche Französisch (Europa)
  Alpenschneehuhn Deutsch
  Fjällripa Schwedisch

Verbreitung

Das Alpenschneehuhn bewohnt wie das Moorschneehuhn die gesamte arktische und subalpine Tundra Nordamerikas und Nordeurasiens. Auch die meisten arktischen Küsten und Inseln sind besiedelt. Im Winter zieht sich das Alpenschneehuhn jedoch von den nördlichsten Arktisregionen in mildere Gegenden zurück und wandern nomadisierend in großen Verbänden umher. Im Süden endet das Verbreitungsgebiet in den Pyrenäen. Das Alpenschneehuhn hat von allen Raufußhuhnarten das ausgedehnteste Verbreitungsgebiet hinsichtlich der geographischen Breite. Daher ist durch die IUCN nur eine „geringere Gefährdung“ attestiert.

Populationsgröße und -entwicklung in Europa

Die Art ist noch immer im größten Teil ihres angestammten Verbreitungsgebietes zu finden, wovon große Teile wegen der Unzugänglichkeit ihres Lebensraums vergleichsweise sicher sind. Man weiß jedoch von Gebietsschrumpfungen mit lokalem Aussterben, z. B. im Vereinigten Königreich wegen globaler Erwärmung oder übermäßiger Schafbeweidung. Die Populationsdichten schwanken sehr stark und häufig in Zyklen von ca. 10 Jahren. Schätzungen zur Bestandsdichte bewegen sich zwischen <1 und >60 Vögel pro km².

Lebensraum und Ökologie

Das Alpenschneehuhn bewohnt trockene Tundra- und Alpenregionen mit felsigen Höhenrücken oder Felsnasen und recht spärlicher Vegetation, die durch Gräser, Flechten und Moose bestimmt ist. Das Alpenschneehuhn sucht Überwinterungsgebiete auf, die den Zugang zur Bodenflora erlauben, wie z. B. windzerzauste Bergkämme und Hänge. Einige Populationen verbringen den Winter unmittelbar in oder in der Nähe des Brutgebiets, andere überwintern an oder über der Baumgrenze oder in Waldrandhabitaten. Im Winter sind Wanderungen südwärts über große Entfernungen bei Populationen, die in höheren Breiten leben, keine Seltenheit. Wo beide Arten sympatrisch sind, kommt das Alpenschneehuhn in aller Regel in höher gelegenen und trockeneren Lebensräumen mit dünnerer Vegetation vor als das Moorschneehuhn (L. lagopus).

Hauptbedrohungen

In der Regel ist das Alpenschneehuhn gut geschützt, weil es gerade in menschenleeren Gegenden weit verbreitet ist. Die Art ist anfällig für Überjagung, vor allem wenn es im Frühjahr bejagt wird, z. B. in unmittelbarer Nachbarschaft von Siedlungen. Überjagung ist jedoch nur an wenigen Orten eine Bedrohung. Die Lebensraumverschlechterung ist lokal eine größere Gefahr, insbesondere der Verlust und die Verschlechterung von Habitaten aufgrund von touristischer Erschließung, wie z. B. der Ausweitung oder dem Ausbau von Skigebieten. Auch die direkte Störung durch die Anwesenheit von Menschen kann dazu führen, dass die Vögel aus ihren Wintereinständen verdrängt werden und Populationen dadurch gefährdet werden könnten. Negative Einwirkungen auf die Lebensraumqualität werden aus Island berichtet (Erosion von Heideland durch Schafbeweidung). Schließlich stellt die tödliche Kollision mit Kabeln und Seilen (z.B Liftseilen in den Alpen und Pyrenäen) eine weitere Gefahr dar.

Bejagung und kulturelle Bedeutung

Die Art wird in vielen Teilen ihres europäischen Verbreitungsgebiets bejagt. Wegen der niedrigeren Dichte und der unzugänglicheren Lebensräume spielte das Alpenschneehuhn als Federwild von jeher eine geringere Rolle als das Moorschneehuhn.

Gegenwärtige Schutzmaßnahmen

In Deutschland kommen Aufklärungsprogramme zum Einsatz, um die Störung von Alpenschneehuhnpopulationen durch Skitouristen zu mindern. Zudem ist die Anpassung oder das Umlegen von Skirouten eine effektive Schutzmaßnahme. Das Alpenschneehuhn ist in Europa im Rahmen der EU Vogelschutz-Richtlinie geschützt und dort in Anhang I aufgenommen. Aufgrund des großen Verbreitungsgebietes sind Schutzbemühungen gegebenenfalls nur regional notwendig. Falls sie weitere Informationen zum Schutz oder Management der Art besitzen, kontaktieren Sie uns bitte, sodass wir diese Information hier hinzufügen können.