Projektbeschreibung

2012 wurden die jetzigen Bewertungsgrundlagen für die Beurteilung von Windenergieanlagen im Hinblick auf das Auerhuhn im Schwarzwald veröffentlicht (windenergie.fva-bw.de). Da sich die windhöffigen Flächen und Auerhuhnlebensräume großflächig überschneiden, wurde es sowohl von Naturschutz- als auch von Energiebetreibersicht immer notwendiger, diese Thematik näher zu untersuchen. Gleichzeitig wurden Windenergieanlagen in Raufußhuhngebieten auch in Österreich heiß diskutiert und auch hier war man an weiteren Untersuchungen interessiert. Die Komplexität dieses Themas erfordert allerdings einen größeren, mehrjährigen Untersuchungsansatz mit Vorher-Nachher Untersuchungen. Das Projekt und die Forschungsmethoden wurden in Zusammenarbeit mit Raufußhuhnexperten sowie Experten in den verschiedenen Forschungsfeldern entwickelt und werden momentan im engen Kontakt mit ebenjenen durchgeführt.

Hintergrund - Schwarzwald

Außerhalb des Alpenraums beheimatet der Schwarzwald mit geschätzten 500-600 Individuen die größte Auerhuhnpopulation in Zentraleuropa. Seit 1971 wird die Zahl balzender Hähne systematisch durch die Auerwildhegegemeinschaft und –hegeringe erfasst, die jährlich Balzplatzzählungen durchführen und diese durch verfügbare Daten von Förstern, Jägern und Ornithologen ergänzen.

Mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland, hat der Schwarzwald besonders für die Windenergie an Bedeutung gewonnen. Besonders die mit lichten Wäldern bestandenen Höhenlagen, der bevorzugte Lebensraum des Auerhuhns, sind für die Windenergieanlagen geeignet. Das Projekt ist entstanden um eine gesunde Auerhuhnpopulation und den Ausbau der Windenergie im Schwarzwald zu vereinbaren.

Das Projekt

Da bisher wenig bekannt ist, wie Auerhühner auf Windenergieanlagen und die damit verbundenen Folgen reagieren, ist das Ziel des Projekts mehr Erkenntnisse über den Einfluss von Windenergieanlagen auf Auerhuhnpopulationen zu gewinnen. Die Ergebnisse werden in eine Aktualisierung der Bewertungshilfe „Auerhuhn und Windkraft“ mit einfließen. Nach dem sogenannten Before-After-Control-Impact (BACI) – Prinzip werden die Untersuchungen in drei Phasen durchgeführt: Vor dem Bau von Windenergieanlagen, während dem Bau und nach dem Bau, und gleichzeitig werden in Referenzflächen ohne Windenergie die gleichen Untersuchungen durchgeführt.

Projektaufbau

Das Projekt wurde am 1. Juli 2014 begonnen und hat ein Laufzeit von fünf Jahren. Mit zahlreichen Forschungspartnern werden die Untersuchungen im Schwarzwald, in Österreich und in Schweden durchgeführt.

Mit differenzierten Forschungsmethoden werden Windanlagen-Einflüsse auf das Raum-Zeit-Verhalten, die Stressphysiologie, die Reproduktion und den Populationsverbund untersucht. Neben dem Datensammeln und -auswerten ist insbesondere die Öffentlichkeitsarbeit von Bedeutung. Das Projekt soll von Beginn an offen und transparent in der Öffentlichkeit dargestellt werden. Aus diesem Grund ist auch diese Website entstanden. Zudem wird das Projekt von einem Projektbeirat begleitet.

Endgültige Ergebnisse werden erst 2019 nach dem Zusammenfügen und Analysieren aller Teilergebnisse vorliegen. Die Anpassung der jetzt vorhandenen und bis zum Projektabschluss gültigen Bewertungsrichtlinie für „Auerhuhn und Windkraft und die Veröffentlichung der Ergebnisse werden der Abschluss des fünfjährigen Projekts sein.